Man schrieb das Jahr 1855, als die Marktgemeinde Enchenreuth sich mit dem Gedanken trug, eine sogenannte Feuerlöschmaschine anzuschaffen. Noch im selben Jahr wurde diese für 500 Gulden erworben. Zu dieser Zeit gab es allerdings in Enchenreuth noch keine organisierte Feuerwehr, deshalb mußten abwechselnd immer zehn kräftige Männer die Maschine bedienen. Hierbei handelt es sich um eine Druckspritze, d. h., das Wasser mußte in den Spritzenbehälter geschüttet werden, wozu man Leder- und Stroheimer verwendete. Dazu mußte jeder Hausbesitzer eine Person abstellen. Weigerte sich jemand diesen Dienst zu tun, wurde er mit einer Geldstrafe belegt.


Die Alarmierung der Löschmannschaften wurde damals noch durch die Feuerglocke vollzogen, jedoch kurze Zeit später von gutausgebildeten Hornisten übernommen. Diese Art der Alarmierung hat sich bis zum 100jährigen Jubiläum erhalten, aber noch zum großen Fest am 1. und 2. August 1970 wurde eine Alarmsirene installiert, welche am Festsamstag zur Schauübung die Kameraden der Wehren von Kulmbach, Presseck, Helmbrechts-Gösmes und die Sanitätskolonne Enchenreuth an die Geräte rief.


Die Pferdebesitzer mußten sich in der damaligen Zeit abwechselnd bereithalten, um bei einem Ernstfall die Feuerlöschmaschine schnell zum Brandherd zu bringen. Ihre Bewährungsprobe legte diese Maschine bei einem Brand am 4.2.1886 ab, bei welchem drei Häuser und zwei Scheunen niederbrannten. Bald zeigte sich aber, daß durch den häufigen Wechsel der Bedienungsmannschaften eine sichere Brandbekämpfung nicht mehr gewährleistet war. So wurde 1870 eine organisierte Feuerwehr unter der Leitung des Kommandanten Johann Gebelein gegründet; dieser versah sein schweres Amt bis 1895.

Während seiner Dienstzeit brachen in Enchenreuth schwere Brände aus, bei denen sich zeigte, wie wertvoll die neu gegrabenen Brunnen für die Feuerwehr waren. Anfang des Jahres 1879 brannten die Häuser Nr. 17 und 18 sowie zwei Scheunen nieder. In der Nacht zum 31. Mai des Jahres 1881 entstand im Schießhaus ein Großfeuer, welches sich auf den ganzen Ort ausbreitete und 85 Familien obdachlos machte. Begünstigt wurde das Feuer dadurch, daß die meisten Häuser noch mit Stroh und Schindeln gedeckt waren. Funkenflug erfaßte auch die Dohlennester am Kirchturm und setzte diesen in Brand. Schauerlich fingen die drei Glocken im brennenden Turm, kräftig durch den Wirbelwind des Feuers bewegt, zu läuten an, bis der Turm in die Kirche stürzte und auch diese in Brand setzte. Die Sakralien konnten gerettet werden, und Pfarrer Krug aus Trunstadt mußte mit der Monstranz auf das freie Feld flüchten.

Der nächste furchtbare Brand ließ nicht lange auf sich warten. Bereits 1883 äscherte ein durch Blitzschlag entstandener neuer, großer Brand den im Jahr 1881 verschont gebliebenen nordöstlichen Ortsteil ein.
Im Jahr 1893 wurde nun, um in der Gesellschaft und neben anderen Vereinen und Verbänden gleichrangig dazustehen, der Feuerwehrverein gegründet. Im selben Jahr brannten zwei Scheunen bis auf die Grundmauern nieder. 1895 folgte der erste Kommandantenwechsel. Johann Feulner löste Gebelein ab und hatte dieses Amt bis 1910 inne. Am 10. November 1903 wurde die Bischofsmühle, ein Ortsteil von Enchenreuth durch ein Großfeuer vernichtet. Im Jahre 1903 wurde durch Beschluß des Gemeinderates die zweite Feuerlöschmaschine angeschafft.

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Damals betrachtete man diese Maschine als ein Wunderwerk der Technik, das Wasser mußte nicht mehr zugetragen werden, sondern bei Betätigung der Pumpe saugte und spritzte die Maschine gleichzeitig.

Mit Kaspar Michel wurde im Jahre 1910 wohl einer der markantesten Kommandanten der FFW Enchenreuth gewählt da ihn seine strengen Befehle und lautstarken Kommandorufe prägten. Man hätte, wenn der Schmieds-Kaspe auf dem Marktplatz die Mannschaften antreten ließ, noch leicht im oberen Ortsteil darauf gehorchen können. Ganz betont zu erwähnen ist, daß zu jener Zeit in Enchenreuth extra noch eine Pflichtfeuerwehr bestand. Von diesen Männern wurde keine Feuerschutzabgabe erhoben, wurden aber an den Geräten der Freiwilligen Feuerwehr ausgebildet.

Im Jahre 1925 brannten am 19. Juni die Wohnhäuser Nr. 2, 3, 4 und 6 sowie vier Scheunen ab. Am 6. Januar 1929 wurde Kaspar Michel auf Grund seines hohen Alters und seiner Verdienste zum Ehrenkommandanten ernannt. Hans Domheim befehligte die FFW Enchenreuth bis 1940.
Bereits am 16.8.1931 wurde unser Heimatdorf wiederum von einem Großfeuer heimgesucht, die Wohnhäuser Nr. 47, 56 und 58 sowie Nr. 6 lagen in Schutt und Asche. Mit äußerster Mühe konnte die Stickereifachschule gerettet werden. Die Technik machte auch im Feuerschutzwesen nicht halt. So konnte die erste Motorspritze (Marke Rosenbauer-Linz) angeschafft werden.
Baumeister Hans Hohenberger vertrat den Posten des 1. Kommandanten von 1940 bis 1946. Als im zweiten Weltkrieg die Wehrmänner zu den Waffen gerufen wurden, nahmen die Frauen die Plätze an den Löschgeräten ein – und stellten zu aller Zufriedenheit ihren Mann. Ihr Löschmeister und Ausbilder war kein geringerer als Adam Bittermann. 1946 brannte in Unterbrumberg ein Wohnhaus nieder, wobei die erste angeschaffte Feuerlöschmaschine (welche dort stationiert war) dazu beitrug, die umliegenden Anwesen zu retten. Von 1946 bis 1952 war Max Reich der Kommandant der FFW Enchenreuth. Am 15.7.1950 fielen die Nebengebäude und Scheunen der Häuser Nr. 2, 3, 4, 5 und 6 einem nächtlichen Großfeuer zum Opfer.

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Albrecht Greim wurde der Nachfolger von Max Reich und versah den Posten des Kommandanten bis 1954. Unter seiner Führung wurde 1953 das 60jährige Jubiläum des Feuerwehrvereins gefeiert. Dieses Fest war zugleich Kreisfeuerwehrtag, verbunden mit der Standartenweihe der FFW! Im gleichen Jahr beging die Gemeinde ihre 600- und die Pfarrei ihre 400-Jahr-Feier.

Die Marktgemeinde Enchenreuth erhielt zu ihrem 600jährigen Jubiläum vom Bayerischen Landtag die amtliche Genehmigung, das alte Halsgerichtswappen zu führen. Dieses Wappen ziert seit 1953 die Uniformen unserer Wehr.

Vielleicht war es ein Fehler, als man 1956 den sogenannten Röhrkasten (das alte Kriegerehrenmal) abriß und die Gemeinde einen unterirdischen Wasserbehälter mit einem Fassungsvermögen von 75 cbm baute. Neben diesem Bassin stehen im Ernstfall 150 cbm Wasserinhalt des neuen und 100 cbm des alten Bassins zur Verfügung.

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Adam Bittermann wurde 1954 zum ersten Kommandanten gewählt und versah dieses Amt bis 1960. Unter seiner Führung wurde 1959 auch das Feuerwehrgerätehaus gebaut, wobei alle aktiven Wehrleute kräftig mithalfen. Herbert Friedrich wurde von 1960 bis 1968 Kommandant. Unter seiner Führung begann innerhalb der FFW-Gruppen die Leistungsprüfung. Im Jahr 1961 legte die erste Gruppe das

Leistungsabzeichen ab, kurz darauf folgten ihr noch drei weitere. Auch wäre noch zu erwähnen, daß die Wehrmänner zu dieser Zeit ein ausgedientes Paketauto der Bundespost in ein Feuerwehrauto umbauten.

Am Dienstag nach Ostern des Jahres 1961 wurde die Wehr zu einem Waldbrand nach Unterbrumberg gerufen, durch entschlossenes Eingreifen der Wehrmänner konnte der angrenzende Hochwald gerettet werden. 1964 erwarb die FFW eine Motorspritze TS 8/8.

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Drei Jahre später, am 18.3.1967, konnte endlich durch H. Pfarrer Schwarz das neue Feuerwehrauto (Marke Opel mit Vorbaupumpe) geweiht werden. Dieses Fahrzeug kostete den stattlichen Betrag von 30.000,- DM.

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Manfred Hohner, der von 1968 bis 1969 das Amt des 1. Kommandanten begleitete, gab dieses Amt an Ludwig Koch ab, der es bis 10.3.1973 versah. So konnte die FFW Enchenreuth am 1. und 2. August 1970 mit Stolz ihren 100. Geburtstag feiern; dieses Jubiläum war gleichzeitig eine Großveranstaltung der Marktgemeinde Enchenreuth.

Bis zur Wahl zum Kommandanten von Jürgen Bittermann am 3. 6. 1973 verwaltete Hans Ring den Dienst und die Geschäfte der FFW Enchenreuth. Bittermann war es auch, der die FFW auf sechs Gruppen ausbaute, davon zwei Jugendgruppen und eine Damengruppe, die in der Vereinsgeschichte der FFW die zweite war.

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Mit einigen Zimmer-, Wald- und Müllhaldenbränden ist noch ein durch Blitzschlag ausgelöster Scheunenbrand am 3.9.1975 in Unterbrumberg zu erwähnen. Am 2. und 3. August 1980 konnte die FFW Enchenreuth ihr 110jähriges Jubiläum feiern. Den Auftakt des Festes machten die benachbarten Wehren mit einer großen Schauübung. Als Festmusik spielte zum Kommers unsere Enchenreuther Musikanten auf, der Gesangverein Cäcilia und der Enchenreuther Dreigesang unter Leitung von Bernd Ring verschönerten den Abend. Der Sonntag stand ganz im Zeichen der Wehren. Nach dem Totengedenken, dem Festgottesdienst im Zelt, folgte der große Festzug, dem der Musikverein Stadtsteinach mit verstärkte. Bis in den späten Abendstunden war das 2000-Mann-Zelt bei hochsommerlichen Temperaturen brechend voll. Seine zehnjährige Amtszeit beendete Jürgen Bittermann als 1. Kommandant am 11.2.1983, er bekundete aber seine Treue zur FFW mit der Wahl zum 1. Vorsitzenden.

Der rote Teufel kennt auch im neuen Zeitalter kein Pardon und schlägt gar grausam zu. So wütete er 1975 und 78 in einem Jungfichtenbestand bei Prell und Körner. Neben einem Kaminbrand, Zimmer- und Flächenbrand 1988, sei noch der schaurige Großbrand, bei dem 1984 Scheune und Stall des Landwirts Seel am Pfarrgrund zum Opfer fielen, zu erwähnen. Die Aktivität der Wehrmänner und Frauen machten begeisternde Fortschritte. Im Abstand von 2 Jahren wurden die Leistungsprüfungen absolviert, bis die höchste Stufe erreicht war. Rudi Seel (Am Pfarrgrund) war es, welcher das Amt des 1. Kommandanten vom 11.2.1983 bis 12.1.1985 verwaltete. Ab 12.1.1985 versieht Rudi Seel (Kellerweg) den Posten des 1. Kommandanten. Nicht unerwähnt darf der Brand beim Anwesen Gareis Rudi (am Bühlgrund) am 27.8.1988 um 2 Uhr nachts bleiben. Nur mit größtem Einsatz und bester Zusammenarbeit der Feuerwehrmänner wurden die Flammen erstickt – und das angebaute Nachbargebäude von einem größeren Schaden bewahrt.

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Das 120jährige Jubiläum wurde vom 6. bis 8. Juli 1990 gefeiert. Der Freitag stand im Zeichen der Ehrung verdienter Feuerwehrkameraden. Zum bunten Abend wurden am Samstag, die 3 Z’widern verpflichtet. Die Deutsche Bauernmesse vom Enchenreuther Dreigesang erklang im Zeltgottesdienst am Sonntagmorgen.

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Ein großer Festzug bewegte sich mittags durch die Straßen von Enchenreuth. Aber leider war dieses Fest verregnet. Für Stimmung sorgten die Enchenreuther Musikanten.
Im Hotel Ostermaier entfachte im Jahr 1990 ein Zimmerbrand und bereits 3 Jahre später (1993) ein größerer Brand.

Mit dem neuen Löschgruppenfahrzeug LF 8/6 mit schwerem Atemschutz war wohl 1993 das Höchste unserer Wehr erreicht. Zugleich erfolgte der für das neue Fahrzeug nötige Feuerwehrhausumbau fast ausschließlich in Eigenleistung. Außerdem wurde in die Stickereifachschule ein Gruppenraum gebaut. Unter der Leitung von 1. Kommandanten Rudi Seel wurde 1993 eine 2. Jugendfeuerwehrgruppe ins Leben gerufen. Eine Damenfeuerwehr-Jugendgruppe folgte 1994.

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Bis dato konnten 14 Kameradinnen und Kameraden die Endstufe der damaligen Leistungsprüfung absolvieren.

In der Silvesternacht von 2007 auf 2008 fiel eine Scheune im Ortskern den Flammen zum Opfer. Nach 22 Jahren Dienstzeit wurde Rudi Seel zum Ehrenkommandanten ernannt und im Januar 2007 durch Michael Keil abgelöst. Ein Großeinsatz am 2.7.2009 in Helmbrechts zur Bekämpfung eines Brandes im Trafo-Raum der Textilfirma Knopf´s Sohn rief den Einsatz der Atemschutzkräfte von Enchenreuth zur Unterstützung auf den Plan. Aus dem ganzen Landkreis rückten Einsatzkräfte nach, um bei der Brandbekämpfung zu helfen.

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Der plötzliche Tod des Vorsitzenden Jürgen Bittermann im Jahr 2010 war für die gesamte Wehr und die Bevölkerung ein Schock. Unter großer Anteilnahme der aktiven und passiven Mitglieder wurde dem Verstorbenen die letzte Ehre erwiesen. Sein Verdienst um die Feuerwehr war einmalig. Monika Feulner übernahm daraufhin das Amt.

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Im August 2013 wurde mit dem Bau des neuen Gerätehaus mit 2 Stellplätzen begonnen und am 31. Oktober 2014 durch Monsignore, Prof. Dr. Dr. Rüdiger Feulner feierlich eingeweiht.
Im gleichen Jahr wurde hauptsächlich in Eigenleistung der Gruppenraum von Grund auf renoviert. Um den zweiten Stellplatz im Gerätehaus zu belegen, schaffte der Feuerwehrverein durch Eigenmittel im Frühjahr 2014 ein gebrauchtes Mehrzweckfahrzeug an.

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Am 23.8.2015 wurde die Feuerwehr Enchenreuth zu einem Großeinsatz alarmiert, bei dem sogar der Katastrophenfall ausgerufen wurde. Dabei wurde das Sägewerk Rauschenhammermühle in einem flammenden Inferno komplett zerstört. Über 1000 Einsatzkräfte waren mehrere Tage daran beteiligt, Schlimmeres aufgrund der Trockenheit zu verhindern.

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Auch ein Feuerteufel trieb 2015 in Enchenreuth sein Unwesen, zudem die Wehr zu mehreren Brandeinsätzen ausrücken musste. Zum Glück ist während dieser Zeit niemand zu Schaden gekommen.

Die Wahl zum Vorsitzenden im Januar 2016 entfiel auf Marcel Schultz, welcher Patricia Pfaffenberger ablöste, die den Posten seit dem Rücktritt 2015 von Monika Feulner inne hatte.

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Nach 2 Perioden Amtszeit übergab Kommandant Keil 2019 seinen Posten an André Goller ab. In dessen Debütjahr am 25.7.2019 rückten die Wehrmänner zu einem großen Wald- und Flächenbrand nähe Römersreuth im Kulmbacher Landkreis aus, welcher die Mannschaft aufgrund der enormen Hitze an ihre körperliche Leistungsgrenze brachte.

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2023 wurde der im Jahre 2014 beschaffte Mannschaftstransporter durch einen Ford Transit ersetzt. In Kombination mit einem Mehrzweckanhänger, bildet das Gespann das Zweitfahrzeug der Feuerwehr Enchenreuth.